Brancheninformationen für Existenzgründer
Bereits zur Gründungsvorbereitung, jedoch auch zur Expansion und Festigung Ihres Unternehmens sollten Sie zu jederzeit über genügend Brancheninformationen verfügen. Vor der Gründung sollten Sie sich informieren, ob und wie viele Unternehmen in Ihrer Branche bereits tätig sind, vor allem im näheren Umkreis. Welche Kunden Sie ansprechen möchte, welche Marketingmaßnahmen Sie implizieren wollen und wie die Konkurrenz sich verhält. Auch die Informationen einer Unternehmensberatung, die Marktlage und Branchenkenntnisse hat, zahlen sich hier oftmals aus.
Als Jungunternehmen kann die Prüfung des eigenen Unternehmens in Hinblick auf die Konkurrenz äußerst wichtig sein. Ihr Unternehmen wird mit Hilfe von diversen Kennzahlen (Stärken, Schwächen, Soll-Ist-Analyse, Umsätze, Kosten etc.) gegenüber der Konkurrenz verglichen um die Potentiale, Stärken und Schwächen aufzudecken.
Die Branchenzahlen und Marktinformationen erhalten Sie u.a. bei:
– Die IHK führt in Ihrem jeweiligen Bezirk Marktuntersuchungen durch und unterhält diverse Statistiken
– Die Handwerkskammern halten umfangreiche Kennzahlen aus Betriebsvergleichen bereit. Sie untersuchen die konjunkturelle Entwicklung, das branchenübliche Wachstum usw.
– Das Beratungs- und Informationssystem im Handwerk (BIS): Neben diversen Börsen findet man auch Branchenhilfen, Fachinformationen und Brancheninformationen.
– Fachverbände des Handwerks führen bundes- und länderspezifische Analysen und Marktuntersuchungen durch und stellen diese Informationen zur Verfügung.
– Berufs- und Branchenfachverbände stellen allgemeine Daten zur Verfügung (Telefonbuch, Handwerksbezogene Adressen usw.)
– Kreditinstitute wie z.B. die Sparkasse erarbeiten eigene Markinformationen. Daneben veröffentlichen Sie die so genannten Branchenreports, die sich zur Entwicklung von über 70 Branchen ausgiebig erklären. Neben der wirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklung wird auch die Zukunftsperspektive für die Branchen aufgedeckt und näher erläutert. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken setzen vor allem auf das „Branchen special“ und die „Branchen Briefe“. Erstere berichten detailliert über mehr als 100 der wichtigsten Branchen des Mittelstandes. Die „Branchen Briefe“ fassen darüber hinaus gesonderte und spezielle Informationen zusammen.
– Germany Trade & Invest (gtai): Mit der Serie „Branche Kompakt“ bietet die gtai Branchenberichte, die regelmässig und in kurzer, prägnanter Schreibweise erstellt worden sind. Derzeit sind vier Sektoren erhältlich u.a. „Kfz und Kfz-Teile“, „Bauwirtschaft“, „Maschinen- und Anlagenbau“ und die „Chemische Industrie“.
– Über Genios und deren Datenbanken lassen sich zahlreiche Informationen zur Konkurrenz, der Marktsituation und den Branchen ableiten. Über die Creditreform können Sie sich über andere Unternehmen informieren vor allem in Hinblick auf deren Bonität, Zahlungskraft und diverse Stammdaten. Auch hier sollten Sie bei weiteren Fragen sich vertrauensvoll an eine Unternehmensberatung wenden.
– Neben der Buchhaltung kann DATEV auch für die Branchenkennzahlen genutzt werden. Für ca. 400 Branchen sind diese Kennzahlen erhältlich, Ihr Steuerberater kann Sie sicherlich darüber informieren.