Gründungsarten Teil 1: Die Ausgründung
Im Kontext der Existenzgründung unterscheidet man verschiedene Gründungsarten. Eine Gründungsart ist die sogenannte Ausgründung.
Unter einer Ausgründung wird eine Unternehmensgründung aus einem anderen Unternehmen heraus verstanden. Dabei handelt es sich um eine Ausgliederung eines kleinen Teils der Firma, der bis jetzt nicht zum Kerngeschäft gehört hat. Dieser sollte über ein gehobenes Potential verfügen, damit das Vorhaben erfolgreich durchgeführt werden kann. Durch die Erforschung neuer Technologien werden oftmals Felder entdeckt, die zu komplex für den Mutterkonzern sind oder einfach nicht in deren Bereich gehören. Diese werden dann ausgegründet und in einem Tochterkonzern weiterverfolgt.
Die Ausgründung wird auch als Spin-off bezeichnet. Der Regelfall betrifft die einvernehmliche Ausgründung zwischen Mutterunternehmen und entsprechend interessierten Mitarbeitern. Dies ist der Regelfall, auf den hier nicht weiter eingegangen wird. Aber nicht grundsätzlich ist das Mutterunternehmen mit dieser Form der Existenzgründung einverstanden. Spalten sich einige Mitarbeiter, gegen den Willen ihres Unternehmens von diesem ab, wird von einem Split-off gesprochen. In der Regel sollte in einem solchen Fall die Unterstützung einer Unternehmensberatung genutzt werden, da diese Gründungsform nicht unproblematisch sein kann.
Das Spin-off ist rechtlich und wirtschaftlich absolut unbedenklich und zulässig. Das Mutterunternehmen kann in diesem Fall jedoch Auflagen oder Ähnliches erteilen. Bei einem Split-off wird hingegen eine völlige Unabhängigkeit von dem Mutterkonzern angestrebt.
Bei einem Spin-off ist ein Transfer der Mitarbeiter vom Mutterkonzern zur Ausgründung die Regel. Dabei entsteht dennoch eine komplett neue Einheit, die rechtlich und wirtschaftlich eigenständig betrachtet wird. Dennoch kann die Unternehmensstruktur durch das Mutterunternehmen geprägt sein. Dieses kann auch beratend tätig werden oder die Tochtergesellschaft mit Ressourcen zur Seite stehen. Dies begrenzt das Risiko für die Ausgründer. Im Normalfall wird ein Austausch von Wissen und Technologie angestrebt. Dieser bringt auf lange Dauer beiden Unternehmen Vorteile ein.
Spin-offs finden zum einen in der Privatwirtschaft Anwendung, aber auch im öffentlichen Sektor können diese vorkommen. Insbesondere die Hochschulausgründung ist in diesem Bereich zu nennen. Bei der Ausgründung entstehen grundsätzlich große Potentiale und Möglichkeiten, welche von der neuen Leitung ausgeschöpft werden wollen.
Ziel des Mutterunternehmens an der Ausgründung ist, eine großartige Idee weiterzuspinnen, um im Endeffekt von dem Wissen und deren Technologie profitieren zu können. Diese Idee ist dabei zu komplex, um im Kerngeschäft wahrgenommen zu werden und wird daher wirtschaftlich unabhängig davon betrieben. Eine spätere Wiedereingliederung ist nicht ausgeschlossen. Die Existenzgründer wollen hingegen eine vielversprechende Idee zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen.