Gründungsarten Teil 3: Franchising
Eine weitere Gründungart, die immer häufiger bei Existenzgründern anzutreffen ist, ist das sogenannte Franchising.
Das besondere am Franchising ist, dass ein fertiges Konzept erworben wird. Dadurch wird das Geschäftsrisiko minimiert. Eine Existenzgründung durch den Aufbau eines Franchise-Betriebes ist heute eine ganz gewöhnliche Form der Selbstständigkeit.
Im Sektor des Franchising kann sich der Franchise-Nehmer selbstständig machen, in dem er die Idee der Geschäftsführung vom Franchise-Geber übernimmt und sich zusätzlich von diesem betreuen und ausbilden lässt. Dadurch ist eine grobes Konzept vorgegeben, an dem sich der Existenzgründer entlang hangeln kann. Für die Franchise-Geber ist es eine risikofreie Art der Geschäftserweiterung. Ihr erprobtes Geschäftskonzept wird an andere Verkauft, die ihr Unternehmen nach den bewährten Vorgaben leiten. Als letzten Unterschied gibt es noch den Master-Franchise-Geber. Dabei handelt es sich um ausländische Unternehmen, die eine Lizenz abtreten, damit der Franchise-Nehmer in Deutschland oder einer Region sein eigenes Unternehmen aufbauen und zusätzlich weitere Franchise-Nehmer gewinnen kann.
Der Franchise-Geber ist alleine für das Marketing, den Namen und die Umsetzung verantwortlich. Der Franchise-Nehmer zahlt eine Gebühr und darf dementsprechend seine Waren und Dienstleistungen vertreiben. Dadurch wird vom Franchise-Geber garantiert, dass keine weiterer Laden dieser Art in dem Geschäftsbereich eröffnet wird. Dem Existenzgründer wird eine umfassende Beratung, sowie weitreichende Markttests und Hilfen zur Kalkulation gestellt. Diese Form der Selbstständigkeit bietet eine gewisse Sicherheit, schränkt die Freiheiten im Gegenzug jedoch auch ein wenig ein.
Auch wenn sich das Konzept narrensicher anhört, so gibt es dennoch einige Fallstricke, die beachtet werden müssen. Franchise-System, die sich noch nicht etabliert haben, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Kann der Franchise-Geber keine Pilotprojekte benennen und dessen Wirtschaftlichkeit mit Zahlen belegen, ist Vorsicht geboten. Referenzen sollten eingesehen werden können, damit sich der Franchise-Nehmer von der Qualität des Projektes überzeugen kann. Professionelle Franchise-Unternehmen arbeiten mit sog. Franchise Handbüchern. Dieses muss nicht unbedingt übermäßig lang sein. Oftmals handelt es sich einfach nur um Checklisten, anhand derer die Franchise-Nehmer sich entlang hangeln können. Franchise-Geber, die über ein seriöses Firmenbild verfügen, können ein solches Handbuch vorweisen.
Die Existenzgründung ist eine wichtige Veränderung im Leben eines Menschen und sollte daher nicht leichtfertig getroffen werden. Verträge und Dokumente von Franchise-Gebern sollten von einem Rechtsanwalt geprüft werden. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen. Nutzen Sie wenn notwendig auch die Dienste einer versierten Unternehmensberatung, um gesamtheitlich die Chancen und Risiken des Franchising beurteilen zu können.